In den ersten beiden Teilen der Artikelreihe „Mehr Motivation zum Lernen“ hast Du bereits zwei sehr wichtige Dinge gelernt: Wie legt man die Basis für tägliche Motivation? Und wie schaffe ich den perfekten Einstieg in meine Lerneinheit?

Mit diesen beiden Aspekten bist du bereits gut gerüstet für die Herausforderungen einer Weiterbildung. Wenn Du aber das Maximum aus Deiner Lernmotivation herauskitzeln möchtest, solltest du noch einen Schritt weitergehen.

Ich zeige dir in diesem Artikel 10 zusätzliche Tipps, die sich ganz einfach umsetzen lassen und deiner Lernmotivation den Feinschliff geben. Bist du bereit?

#1 Schreibe störende Gedanken sofort auf

Für den ersten Motivationstrick benötigst du nur einen Zettel und einen Stift. Halte einfach beides bereit, wenn du dich an den Schreibtisch setzt und lernen willst. Immer wenn dir spontane Gedanken à la „Ach ja, ich wollte ja noch Wäsche waschen / aufräumen / meine Eltern anrufen…“ kommen, schreib sie sofort auf.

So schaffst du die störenden Gedanken aus deinem Kopf und stellst sicher, dass du die Aufgaben trotzdem nicht vergisst. Wenn du mit dem Lernen fertig bist, kannst du dich in Ruhe darum kümmern.

Kleiner Tipp: Nutze wirklich Zettel und Stift, keine To-Do-App. Dazu müsstest du nämlich erst das Handy holen, die App öffnen und so weiter. Das dauert erstens länger und birgt zweitens die Gefahr, dass du dich ablenken lässt (siehe Tipp 13 aus dem ersten Teil).

#2 Sei stolz auf dich und deine Leistungen

Verschiedene Wissenschaftler konnten bestätigen, dass wir viel besser lernen, wenn wir mit positiven Gefühlen an die Sache herangehen. Daher solltest du dir immer mal wieder einen kurzen Blick auf deine bisherigen Erfolge gönnen: Welche Themen beherrscht du schon? Welche Aufgaben hast du erfolgreich bearbeitet?

Das hat nichts mit Angeberei oder Eitelkeit zu tun, sondern einfach mit gesundem Stolz. Wer viel lernt und leistet, darf sich auch mal selbst auf die Schulter klopfen und zufrieden sein.

Und das Beste: Du schaffst damit die Basis für weitere Erfolge.

Sollte es bei dir mal nicht so gut laufen, sei ruhig auch mit vermeintlich kleinen Erfolgen zufrieden. Selbst Mini-Erfolge bringen neue Motivation und helfen dir dabei, bald wieder größere Ziele zu erreichen.

#3 Gönn dir ab und zu eine Belohnung

Eine weitere Möglichkeit, um sofort positive Gefühle zum Lernen zu erzeugen, sind Belohnungen. Wenn du mal ein Motivationstief hast, dann überlege dir eine schöne Belohnung für das Erledigen der nächsten Aufgabe und hol dir den Extra-Schub an Motivation.

Setze diesen Trick möglichst nur dann ein, wenn deine Selbstdisziplin dich im Stich lässt. Bist du von alleine motiviert, solltest du dir die Extra-Belohnung sparen. Ansonsten riskierst du, dass deine Motivation insgesamt sinkt.

Das mag erstmal paradox klingen, wurde aber schon in vielen Untersuchungen nachgewiesen (der sogenannte Overjustification Effect).

#4 Teste alle Motivationstricks, um den besten Weg zu finden

Jeder Mensch ist unterschiedlich und leider kann ich dir keine Garantie geben, dass jeder einzelne Motivationstrick bei dir funktioniert. Deshalb gilt für dich: testen, testen, testen.

Probiere einfach aus, welche Methoden bei dir am besten wirken. Stelle dir daraus einen „Werkzeugkoffer“ aus Motivationstricks zusammen. Auf diese Sammlung kannst du dann bei Bedarf zurückgreifen und dir die nötige Energie zum Lernen holen.

#5 Such dir einen Lernpartner

Ein absoluter Klassiker, um die Lernmotivation zu steigern: Finde einen Begleiter für die schwierigen Phasen der Weiterbildung. Gemeinsam könnt ihr euch antreiben, gegenseitig aus einem Tief ziehen und feste Termine zum Lernen vereinbaren. Da du deinen Partner bestimmt nicht hängen lassen willst, wirst du wohl oder übel zum Lernen erscheinen.

#6 Nutze Facebook-Gruppen, Foren und Chats

Du hast gerade keinen Lernpartner in der Nähe oder schaffst es wirklich nicht, regelmäßig zu den Lerntreffen zu fahren? Dann nutze die zahlreichen Möglichkeiten des Internets. Dort findest du mit Sicherheit einen passenden Ort, an dem sich deine Mitstreiter austauschen. In diesem Artikel zeige ich dir ein paar hilfreiche Websites für die Weiterbildung.

So hast du zumindest einen virtuellen Lernpartner, der dich motivieren kann.

Aber Vorsicht: Der Moment, in dem du eine Social Media Website aufrufst, kann sehr gefährlich für die Konzentration sein. Zwinge dich also, die Angebote nur sehr gezielt zu nutzen. Bitte auch nicht „nur mal ganz kurz“ durch die Timeline scrollen.

#7 Nutze deinen Spieltrieb aus

Auch dieser Trick lässt sich in Nullkommanichts umsetzen. Versuche einfach aus deinen Aufgaben kleine Wettkämpfe zu machen: Schaffst du es 10 Karteikarten in 10 Minuten zu lernen? Wie schnell kannst du eine Rechenaufgabe lösen? Reicht dir eine DIN A4 Seite für deine Zusammenfassung?

Lass deiner Kreativität freien Lauf und bringt etwas Action in das oft eintönige Lernen.

Ideal sind Wettkämpfe natürlich zu zweit oder in der Gruppe, aber du kannst dich auch problemlos alleine herausfordern. Schreib deine bisherigen Erfolge auf und versuche sie zu toppen.

#8 Mach dir immer wieder deine Ziele klar

Im ersten Moment mag sich das nach einem banalen Trick anhören. Aber er ist sehr, sehr wichtig für die perfekte Motivation. Das hat einen einfachen Grund:

Viele Motivationstricks zielen auf die extrinsische Motivation. Also alles, was von außen auf dich einwirkt (Erfolge, Belohnungen etc.). Sich die eigenen Ziele klar zu machen, erhöht hingegen deine intrinsische Motivation. Du bist von innen motiviert und brauchst Belohnungen gar nicht oder nur selten.

Auf Dauer wirst du mit einer hohen intrinsischen Motivation besser fahren als dich ständig mit Belohnungen anzutreiben. Wenn es also mal wieder nicht läuft, nimm dir ein paar Minuten und mach dir klar: Warum mache ich diese Weiterbildung eigentlich?

#9 Nutze deine Vorstellungskraft

Lass uns noch eine Weile bei deinen Zielen bleiben. Du hast sie dir bereits klargemacht, am besten sogar aufgeschrieben und deinen Freunden davon erzählt. Nun kommt der letzte Schritt, um die Lernmotivation zu steigern:

Stelle dir regelmäßig vor, wie du dich fühlst, wenn du das gewünschte Ergebnis erreicht hast. Außerdem denkst du ausführlich an den Weg dorthin: Welche Schritte bist du gegangen? Welche Hürden hast du erfolgreich aus dem Weg geräumt? Welche Aufgaben hast du gemeistert?

Mit dieser sogenannten Visualisierung erschaffst du dir einen genauen Plan, ein klares Ziel und die notwendige Zuversicht, dass du erfolgreich sein wirst. Diese Methode, die beispielsweise auch bei Spitzensportlern üblich ist, solltest du regelmäßig nutzen, um deine Motivation zu steigern.

#10 Lass dich inspirieren – von Freunden und Prominenten

Ein toller Weg, um die eigene Motivation zu steigern, sind Vorbilder. Such dir Menschen aus deinem Umfeld oder aus der Öffentlichkeit, die du für ihre Leistungen bewunderst. Schau dir ihren Weg und ihre Methoden an, um davon zu lernen. Gerade im Bereich „Disziplin und Motivation“ finden sich zahlreiche Vorreiter.

Ganz wichtig: Sei nur im positiven Sinne neidisch! Wenn jemand etwas erreicht hat, was du selber gern hättest, dann gönn es ihm und überlege dann, wie auch du dorthin kommen kannst.

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