Kompakt erklärt: Die 7 wichtigsten Fragen zum Cafeteria-Modell

Wenn die Bezahlung der Mitarbeiter etwas flexibler gestaltet werden soll, kommt gern das sogenannte Cafeteria-Modell zum Einsatz. Es bietet nicht nur für das Unternehmen ein paar interessante Vorteile; auch die Mitarbeiter profitieren sehr davon.

Was genau dahinter steckt und welche Faktoren beim Cafeteria System beachtet werden müssen, erfährst du anhand der wichtigsten Fragen zum Thema.

Wo lässt sich das Cafeteria-System inhaltlich einordnen?

Thematisch gehört das Cafeteria-System zu den Instrumenten des Personalmanagements. Will man es etwas genauer haben, lässt es sich dort noch in den Bereich der Vergütung einordnen. Das Modell dient dazu, die Bezahlung der Mitarbeiter flexibler zu gestalten und neben dem reinen Lohn auch individuelle Zusatzleistungen anzubieten.

Wie funktioniert das Cafeteria-Modell genau?

Die Grundidee des Systems ist folgende: Den Angestellten wird neben dem Basisgehalt eine bestimmte Auswahl an Zusatzleistungen angeboten. Aus diesem Portfolio kann der Mitarbeiter sich eine festgelegte Anzahl an Elementen aussuchen. Wie viele der Angebote er in Anspruch nehmen darf, ist Verhandlungssache.

Durch die freie Auswahl kann jeder Mitarbeiter selbst entscheiden, ob er einen Dienstwagen benötigt oder finanzielle Unterstützung für den Kitaplatz.

Welche Leistungen werden häufig angeboten?

Wie das Portfolio an möglichen Leistungen aufgebaut ist, kann zwischen den Unternehmen sehr unterschiedlich sein. Häufige Beispiele für Leistungen im Cafeteria-Modell sind folgende:

  • Individuelle Arbeitszeiten (z.B. zusätzliche Urlaubstage, ein Sabbatical oder flexible Zeiten)
  • Finanzielle Sonderleistungen (z.B. Anteile am Unternehmen)
  • Versicherungen (z.B. Berufsunfähigkeit)
  • Vorsorgemodelle zu günstigen Konditionen
  • Dienstwagen

Warum heißt das Ganze Cafeteria-Modell?

Der Name ergibt sich aus der Idee des Auswählens. Wie in einer Cafeteria hat der Mitarbeiter freie Auswahl, was er gerne haben möchte. Allerdings steht ihm nur ein begrenztes Budget zur Verfügung, sodass er nicht alles „kaufen“ kann.

Warum bieten Unternehmen das Modell an?

Für die Unternehmen bringt das Cafeteria-System gleich mehrere Vorteile mit sich:

  • Die Mitarbeiter werden motiviert, weil sie ihren Lohn individuell gestalten können.
  • Die Auswahlmöglichkeiten signalisieren den Mitarbeitern Wertschätzung und Vertrauen.
  • Das Unternehmen wird für Bewerber (v.a. Führungskräfte) attraktiver, da das Cafeteria-Modell ein besseres Image erzeugt.
  • Durch die Auswahlmöglichkeiten kann das Unternehmen die betrieblichen Sozialleistungen besser steuern und gezielter einsetzen.
  • Durch die verschiedenen Formen der Vergütung kann das Unternehmen steuerliche Vorteile erzielen.

Wie profitieren die Mitarbeiter vom Cafeteria-System?

Der größte Vorteil für die Mitarbeiter ist recht offensichtlich: Sie können ihre Vergütung individuell anpassen und an der aktuellen Lebenssituation ausrichten. Doch das ist nicht alles: In vielen Fällen profitieren die Angestellten von Konditionen (z.B. bei Versicherungen) und Leistungen, an die sie als Privatperson gar nicht herankommen könnten.

Auf diese Weise erhalten sie eine besondere Wertschätzung durch das Unternehmen und werden im besten Falle zusätzlich motiviert.

Welche Nachteile hat das Cafeteria-Modell?

So wie jedes System hat auch dieses einige Nachteile, die sich nicht ganz vermeiden lassen. Sowohl für die Angestellten als auch für das Unternehmen. Wichtige Argumente gegen das Cafeteria-System sind folgende:

  • Manche Mitarbeiter könnten sich von den Auswahlmöglichkeiten überfordert fühlen, da sie sie nicht einordnen können (z.B. den langfristigen Effekt von Vorsorgeleistungen oder die Notwendigkeit einer Versicherung).
  • Möglicherweise finden die Angestellten keines der Angebote interessant. Dann verpuffen die Vorteile des Systems.
  • Die Einführung und Betreuung des Cafeteria-Systems ist mit einem gewissen Aufwand verbunden. Je häufiger die Mitarbeiter ihre Leistungen anpassen dürfen, desto größer werden die Kosten.
  • Das System kann nicht völlig frei gestaltet werden, da rechtliche und/oder tarifliche Rahmenbedingungen beachtet werden müssen.

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